Pay As You Stay

Ein neues Preismodell für Museen?

Im Dezember 2019 und März 2020 testeten wir in der Weserburg ein Preismodell, bei dem der Eintrittspreis an die Verweildauer gebunden war. Besucher*innen zahlten 1 Euro pro 10 Minuten, jedoch nie mehr als den üblichen Tagespreis von 9 Euro. Gezahlt wurde, anders als üblich, am Ausgang. 

Die Idee stammte nicht von uns, sondern geht auf ein Whitepaper von Bruno S. Frey und Lasse Steiner zurück, die bereits 2010 die Nutzung dieses Preismodells vorschlugen. Konsumenten kennen Pay-Per-Use-Pricing von Handy-Tarifen, Schwimmbädern, Parkhäusern oder Free-Floating Carsharing. Im Museumsbereich waren wir allerdings die ersten, die sich an den Einsatz wagten.

Die Ergebnisse haben selbst uns überrascht: gut 40% mehr Besuche als im Vorjahreszeitraum bei etwa gleichbleibenden Umsätzen. Dank einer Besucher*innenbefragung wissen wir, dass das Preismodell nicht nur gut ankam, sondern auch die Preisfairness-Wahrnehmung und die Weiterempfehlungsbereitschaft positiv beeinflusst hat. Gehetzt fühlten sich indes nur 4% der Befragten. 

Ausführliche Berichterstattung finden Sie u.a. hier (sie werden auf die jeweiligen Seiten weitergeleitet): 

Arte TV: Bremen: Stundentarife im Museum | ARTE

Deutschlandfunk Kultur: Bremer Museum testet Zeitmodell – Schnupperpreise für Kurzbesucher

ZDF heute plus: https://www.zdf.de/nachrichten/heute-plus/videos/zeit-ist-geld-auch-im-museum-100.html

Kulturmanagement.net: Ein neues Preismodell für Museen im Praxistest – Pay As You Stay – Zahl, solange Du bleibst